Partizipialkonstruktionen
B2 · ~15 Minuten
Partizipien werden im Deutschen als attributive Adjektive verwendet und sind ein typisches Merkmal gehobener Sprache. Das Partizip I (Präsens) bildet sich aus dem Infinitiv plus d: lachend, schlafend, sprechend. Es hat aktive Bedeutung und drückt eine gleichzeitig ablaufende Handlung aus: der lachende Mann — der Mann, der lacht. Das Partizip II hat bei transitiven Verben meist passive Bedeutung und bezeichnet einen Zustand oder eine abgeschlossene Handlung: das gelöste Problem — das Problem, das gelöst wurde. Bei intransitiven Verben mit sein-Perfekt hat Partizip II aktive Bedeutung: der eingeschlafene Junge — der Junge, der eingeschlafen ist. Beide Formen werden wie normale Adjektive dekliniert. Typischer Lernerfehler: Verwechslung der Aktiv-Passiv-Bedeutung. Faustregel: Partizip I = aktiv gleichzeitig; Partizip II transitiv = passiv vorzeitig; Partizip II mit sein-Perfekt = aktiv vorzeitig.
- Der spielende Junge lacht fröhlich.
- Das gelöste Problem überraschte niemanden.
- Die schlafenden Kinder störten wir nicht.
- Der verbrannte Kuchen konnte nicht gerettet werden.
- Die eingegangenen Briefe wurden sortiert.
- Ein weinendes Kind stand am Bahnhof.
- Die verlorene Zeit lässt sich nicht zurückholen.
- Der angekommene Gast wurde herzlich begrüßt.
Der ___ (schlafen) Hund lag auf dem Sofa. (Partizip I)