Konjunktiv I — vollständiges Paradigma inkl. Vergangenheit und Ausweichformen

C1 · ~17 Minuten

Der Konjunktiv I ist das primäre Instrument der indirekten Rede in journalistischen, akademischen und protokollarischen Texten. Seine Bildung folgt einem klaren Muster: Verbstamm plus -e, -est, -e, -en, -et, -en, wobei die 1. Person Singular bei schwachen Verben formgleich mit dem Indikativ ist und deshalb auf den Konjunktiv II oder die würde-Umschreibung ausgewichen wird. Die Vergangenheit wird durch den Konjunktiv I von haben oder sein plus Partizip II ausgedrückt: er habe gesagt, sie sei gegangen, es habe stattgefunden. Entscheidend für das C1-Niveau ist die Beherrschung der Ausweichformen: Immer dann, wenn der Konjunktiv I mit dem Indikativ formgleich ist — besonders in der 3. Person Plural (sie kommen = sie kämen) —, weicht man in der Schriftsprache auf den Konjunktiv II aus. In akademischen Texten und Zeitungsberichten signalisiert der Konjunktiv I Distanz und Neutralität gegenüber der wiedergegebenen Aussage, ohne deren Wahrheit zu bewerten.

  • Der Bundesminister erklärte, die Reform werde noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet.
  • Laut Gutachten sei der Angeklagte zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen.
  • Die Wissenschaftlerin betonte, ihre Befunde seien durch mehrere unabhängige Studien bestätigt worden.
  • Der Zeuge sagte aus, er habe den Verdächtigen nie zuvor gesehen.
  • Dem Bericht zufolge hätten die Verhandlungen erst in letzter Minute zum Erfolg geführt.
  • Die Behörde teilte mit, alle eingegangenen Anträge seien fristgerecht bearbeitet worden.
  • Der Experte führte aus, die Datenlage lasse derzeit keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu.
  • Laut Pressemitteilung hätten die Beteiligten eine einvernehmliche Lösung gefunden.

Aufgabe 1 von 7

Der Sprecher erklärte, die Maßnahmen ___ (sein) bereits in Kraft getreten. (Konjunktiv I Vergangenheit)

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