Funktionsverbgefüge — produktive Grammatik (~30 kanonische Verbindungen)
C1 · ~17 Minuten
Funktionsverbgefüge (FVG) bestehen aus einem bedeutungsarmen Funktionsverb und einer nominalen Ergänzung, die den eigentlichen Inhalt trägt. Im Unterschied zu einer direkten Verbkonstruktion bieten FVG stilistische Vorteile: Nominalisierung, Aspektualisierung (durative vs. punktuelle Handlung) und die Möglichkeit zur Erweiterung durch Attribute. Auf C1-Niveau sind FVG als produktive Grammatik zu beherrschen — nicht nur als Vokabular. Entscheidend ist die korrekte Präposition-Kasus-Kombination: 'in Betracht ziehen' (Akkusativ), 'zur Verfügung stellen' (Dativ), 'unter Beweis stellen' (Akkusativ), 'in Frage stellen' (Akkusativ), 'Stellung nehmen zu' (Dativ), 'Rechnung tragen' (Dativ), 'zur Verantwortung ziehen' (Akkusativ). Aspektuell unterscheiden sich FVG: 'in Gang setzen' (punktuell/ingressiv) vs. 'in Gang sein' (durativ). Passivierung ist bei vielen FVG möglich und erzeugt nominalstiltypische Strukturen.
- Die Kommission zog alle verfügbaren Optionen in Betracht, bevor sie eine Empfehlung aussprach.
- Dem Antrag wurde stattgegeben — das Projekt kann nun in Angriff genommen werden.
- Die Führungskräfte wurden für die Folgen ihrer Entscheidungen zur Verantwortung gezogen.
- Der Vorsitzende stellte seine These zur Diskussion und bat um kritische Rückmeldungen.
- Diese Befunde stellen die bislang geltenden Annahmen grundlegend in Frage.
- Den neuen Mitarbeitenden werden alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.
- Die Studie trägt der regionalen Varianz der Daten angemessen Rechnung.
- Durch die Pilotphase soll der Nachweis erbracht werden, dass das Modell skalierbar ist.
Die Behörde zieht weitere Sanktionen in ___. (FVG mit 'ziehen')